Immer mehr Großabnehmer setzen auf FernkŠlte

Immer mehr Großabnehmer setzen auf Fernkälte

Wien (OTS) – Im Sommer laufen die stromfressenden Klimaanlagen auf
Hochtouren. Großabnehmer wie Ö3, AKH, BOKU, TownTown, das
Landesklinikum St. Pölten oder das Linzer Musiktheater setzen aber
auf die grüne Alternative: Fernkälte. Sie schonen nicht nur die
Umwelt, sondern sparen auch Geld.

Was macht man im Sommer mit Fernwärme, die in den Hitzemonaten
keiner braucht? Die Antwort ist einfach: Fernkälte.

Sogenannte “Absorptionskältemaschinen” verwenden Abwärme, wie sie
zum Beispiel in Fernwärmezentren beim Verbrennen von Abfällen
anfällt, als Antriebsenergie für Kühlgeräte. So erzeugte Kälte
benötigt – im Vergleich zur herkömmlichen Kälteerzeugung – weniger
als die Hälfte der Primärenergie. 

Ende 2012 hat das österreichische Fernkältenetz eine Länge von
zehn Kilometern. Mit den bestehenden Anlagen werden für gewerbliche
Abnehmer aktuell insgesamt 74 Gigawattstunden Kälteenergie zur
Verfügung gestellt, ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen steigen auf die
umweltschonende Art zu Kühlen um:

Ein Vorzeigeprojekt, das seit Mai an das Kältenetz angebunden ist,
ist das Landesklinikum St. Pölten. Dort ist eine Gesamtkapazität von
14 Megawatt Fernkälte installiert. Die CO2-Einsparungen liegen bei
rund 630 Tonnen pro Jahr.

Bereits im vergangenen Oktober wurde das Linzer Musiktheater
ebenfalls an das Fernkältenetz angeschlossen. Gesamtkapazität hier:
2,3 Megawatt und eine jährliche Einsparung von rund 200 Tonnen CO2.
Weitere Unternehmen und Institutionen, die an das Fernkältenetz
angeschlossen sind: Die BOKU Wien, der Wiener Stadtteil TownTown, die
Johannes Keppler Universität in Linz, der Radiosender Ö3 und das AKH
Wien.

Kältezentrale Schottenring, Wien

Ein Meilenstein in Bezug auf den aktuellen Ausbau des Netzes ist
in Wien die Kältezentrale Schottenring. Mit einer Kälteleistung von
15 Megawatt in der ersten Ausbaustufe kann in der Wiener Innenstadt
jetzt noch umweltfreundlicher gekühlt werden. Zudem werden ganze
1.447 Tonnen CO2 eingespart – jährlich. Abnehmer sind unter anderem
das Hotel Kempinski, die Universität Rossau, die Österreichische
Nationalbank und Gebäude der Wiener Städtischen.

In den nächsten Jahren sind an verschiedenen Standorten in Wien
weitere Ausbaumaßnahmen geplant. 2015 soll in Wien eine installierte
Fernkälteleistung von rund 120MW zur Verfügung stehen.

Vorteile von Fernkälte

Fernkälte spart Platz, da die Kältemaschine und die Rückkühlung
ausgelagert werden und das fertig aufbereitete Kaltwasser direkt beim
Verbraucher eintrifft. Es gelangt dort mit einer Temperatur von rund
sieben Grad Celsius ein und verlässt das Gebäude mit 17 Grad. Damit
werden nicht nur Stromkosten gesenkt, sondern es kommt auch zu keiner
Emission gefährlicher Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und die
CO2-Bilanz wird verbessert. Bei der Kühlung mit herkömmlichen
Klimageräten ist der Energieaufwand deutlich höher wie bei Fernkälte.

Zukunftsmarkt Fernkälte

Während angesichts eines unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes die
Investitionstätigkeit der österreichischen Energieversorger in den
Fernwärmebereich für die nächsten Jahre deutlich zurückgefahren
wurde, bleibt die Hoffnung in der Entwicklung des Fernkältemarktes
ungebrochen. Die Unternehmen schätzen, dass sich der Markt für
Fernkälte über den Vorschauzeitraum (bis 2018) mehr als verdreifachen
wird. In Österreich sind in den nächsten Jahren Investitionen im
Bereich Fernkälte in Höhe von 109 Mio. Euro geplant.

Über den Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen

Der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW)
ist die unabhängige gesetzliche Interessenvertretung der
österreichischen Gas- und Wärmewirtschaft. Als diese nimmt der FGW
bei den Themen Globalisierung, Marktliberalisierung und Versorgung
eine wichtige Stellung ein.

Darüber hinaus kommt den im FGW vertretenen Branchen in
Umweltschutz- und Klimafragen besondere Bedeutung zu. Mit der
Bereitstellung der umweltfreundlichen Energieformen Erdgas, Biogas,
Fernwärme und Fernkälte sind die FGW-Mitgliedsunternehmen dazu
prädestiniert, eine Schlüsselposition bei der Bewältigung anstehender
Probleme auf diesem Gebiet einzunehmen.
www.fernwaerme.at